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Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHS)(ADHS)
Diagnose-ADHS
Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHS) ist die englische Bezeichnung für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, eine neurobiologische Entwicklungsstörung mit Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und/oder Hyperaktivität.
Inhaltsverzeichnis
Internationale Perspektive und Terminologie
Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHS) ist die im englischsprachigen Raum und in internationalen Klassifikationssystemen wie dem DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) verwendete Bezeichnung für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. In deutschsprachigen Ländern wird vorwiegend die Abkürzung ADHS verwendet, während im internationalen wissenschaftlichen Kontext die Abkürzung ADHD gebräuchlich ist. Die Kernsymptomatik und diagnostischen Kriterien sind im Wesentlichen identisch, obwohl es leichte Unterschiede zwischen den Klassifikationssystemen DSM-5 (amerikanisch) und ICD-10/11 (international) gibt.
Forschung und internationale Zusammenarbeit
Die internationale Forschung zu ADHS/ADHD ist umfangreich und wächst stetig. Die englischsprachige Terminologie dominiert die wissenschaftliche Literatur, weshalb es für Fachleute und interessierte Eltern wichtig sein kann, mit beiden Begrifflichkeiten vertraut zu sein, um auf aktuelle Forschungsergebnisse zugreifen zu können. Internationale Zusammenarbeit hat zu einem besseren Verständnis der neurobiologischen Grundlagen, genetischen Faktoren und wirksamen Behandlungsansätze geführt. Die global vernetzten Selbsthilfe- und Advocacy-Organisationen für Menschen mit ADHS nutzen oft beide Bezeichnungen, um international anschlussfähig zu sein.
Kulturübergreifende Aspekte
Die Prävalenz, Diagnostik und Behandlung von ADHS/ADHD variiert zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen. Diese Unterschiede beruhen teilweise auf kulturellen Faktoren, verschiedenen Bildungs- und Gesundheitssystemen sowie unterschiedlichen diagnostischen Praktiken. In einigen Ländern wird die Diagnose häufiger gestellt als in anderen, was zu Debatten über mögliche Über- oder Unterdiagnostizierung geführt hat. Trotz dieser Unterschiede zeigt die Forschung, dass ADHS/ADHD ein weltweit vorkommendes Phänomen ist, das nicht auf bestimmte Kulturen oder Gesellschaften beschränkt ist. Die Symptome und Beeinträchtigungen sind kulturübergreifend ähnlich, auch wenn sie in verschiedenen Kontexten unterschiedlich interpretiert und behandelt werden können.
Bildhafte Erklärungen
Die universelle Sprache des ADHS
ADHS/ADHD ist wie eine universelle Sprache, die weltweit von vielen Menschen 'gesprochen' wird, aber in verschiedenen 'Dialekten' (kulturellen Kontexten) zum Ausdruck kommt. Die Grundvokabeln dieser Sprache – Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Hyperaktivität – sind überall erkennbar, aber die 'Aussprache' (wie die Symptome sich manifestieren), die 'Grammatik' (wie die Symptome zusammenhängen) und der 'Wortschatz' (welche Symptome im Vordergrund stehen) können je nach kulturellem und sozialem Kontext variieren. Trotz dieser Unterschiede können sich Menschen mit ADHS/ADHD aus verschiedenen Teilen der Welt oft in ihren Erfahrungen wiedererkennen – sie verstehen die 'Sprache' des anderen, auch wenn sie unterschiedliche Worte dafür verwenden.
Einzelnachweise
- Faraone, S. V., Asherson, P., Banaschewski, T., Biederman, J., Buitelaar, J. K., Ramos-Quiroga, J. A., ... & Franke, B. (2015). Attention-deficit/hyperactivity disorder. Nature Reviews Disease Primers, 1, 15020.
- Polanczyk, G. V., Willcutt, E. G., Salum, G. A., Kieling, C., & Rohde, L. A. (2014). ADHD prevalence estimates across three decades: An updated systematic review and meta-regression analysis. International Journal of Epidemiology, 43(2), 434-442.